Die Lippe ist ein rechter Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen. Sie entspingt bei Bad Lippspringe und mündet nach ca. 220 km Lauflänge in der Nähe von Wesel in den Rhein. Ihr Einzugsgebiet beträgt fast 4.900 km².
Die Lippe ist ein weitgehend langsam fließender Tieflandfluss mit nur teilweise noch naturnahem Gewässerprofil und stark geschwungenem Verlauf. Je nach Ausbauzustand beträgt die Flussbreite 30-60 m, in eher ausgebauten Streckenabschnitten 15-40 m. Die mittlere Gewässertiefe beträgt bei Mittelwasser ca. 0.30-2,50 m, die durchschnittliche Wassertemperatur im Oberlauf liegt bei ca. 12°C, ab Ortslage Hamm steigt sie − auch bedingt durch Kühlwassereinleitungen − auf etwa 18°C.
Aufgrund des starken Ausbauzustandes liegt die Gewässerstrukturgüte nur im oberen Bereich bei Klasse 3 (mäßig beeinträchtigt), während im restlichen Verlauf deutlich schlechtere Verhältnisse vorherrschen.
Die Gewässergüte wird mit II-II eingestuft, Hauptbelastungsquellen sind landwirtschafte Nutzung des Umlandes bei eher geringen ungenutzten Uferstreifen sowie vor allem die ab Ortslage Hamm vorhandenen Industrieeinleitungen und Wasserentnahmen für die Kanäle. Hinzu kommt eine starke Chloridbelastung (geogene Ursache im Oberlauf, ab Hamm durch Bergbau).
Parallel zur Lippe verlaufen einige Kanäle, die aufgrund ihrer Lage auch als Lippe-Seitenkanäle bezeichnet werden. Hierzu gehören der ca. 60 km lange Wesel-Datteln-Kanal (WDK), der unterhalb bei Friedrichsfeld in den Rhein mündet, der Boker-Heide-Kanal zwischen Paderborn und Lippstadt sowie der Datteln-Hamm-Kanal (DHK) von Uentrop bis Datteln.